August Haug – Texte & Geschichten

Mein Name ist August Haug, und ich lebe in Österreich.
Ich schreibe Geschichten, Balladen und Songtexte, entstanden aus vielen Jahren Lebenserfahrung.

Viele meiner Geschichten und Texte wurden bereits in großen Zeitungen
im In- und Ausland veröffentlicht.

Es sind Erzählungen über das Leben selbst –
vom Glück und vom Leid, von Hoffnung und Freude,
von Momenten, die berühren, nachdenklich machen und im Herzen bleiben.

Meine Texte können tief bewegen,
aber ebenso Mut machen und Freude schenken.

Auf dieser Website finden Sie eine Auswahl meiner Arbeiten und Projekte.

Kontaktmail: augusthaug@gmx.at

Versión en español

August Haug – Relatos y Textos

Mi nombre es August Haug y vivo en Austria.
Escribo relatos, baladas y letras de canciones nacidas de muchos años de experiencia de vida.

Muchos de mis relatos y textos ya han sido publicados en importantes periódicos y medios de comunicación tanto en Austria como en el extranjero.

Son historias sobre la vida misma:
sobre la felicidad y el dolor, sobre la esperanza y la alegría,
sobre momentos que conmueven, invitan a reflexionar y permanecen en el corazón.

Mis textos pueden emocionar profundamente,
pero también pueden dar ánimo y regalar alegría.

En esta página web encontrará una selección de mis trabajos y proyectos.

Correo de contacto:
augusthaug@gmx.at


English Version

August Haug – Texts & Stories

My name is August Haug and I live in Austria.
I write stories, ballads and song lyrics inspired by many years of life experience.

Many of my texts and stories have been published in major newspapers
both nationally and internationally.

My work reflects life itself —
its happiness and hardship, hope and joy,
moments that move the heart and stay with the reader.

I am also happy to create custom texts —
for newspapers and editorial projects,
song lyrics, religious speeches
or special occasions.

My writing can be deeply moving,
but also uplifting and full of warmth.

On this website you will find a selection of my work and current projects.

📩 Contact: haugaugust@gmx.at

Eine berührende Geschichte über Menschlichkeit


The Beggar” – Ballad Version (English)

Verse 1
It was just a few days before Christmas,
the streets were shining, bright and clear.
People rushed by, bags in their hands,
but somewhere, he sat quietly near.

His coat was worn and tattered,
his shoes were full of holes.
No one noticed him, only the wind,
and a quiet voice whispered to my soul.

Chorus
Help where you can,
even when the world hurries past.
A heart that gives is never wasted,
it comes back at the right time, at last.
Help where you can,
bring light into the dark.
Sometimes a small, unexpected moment
shows how big a heart can be.

Verse 2
I gave him my coat,
bought him warm shoes for the cold.
Led him to a little room,
a place to rest, a story to unfold.

He looked at me, softly,
and spoke words I’ll never forget:
“Your heart is big. I’ll watch over you.”
And suddenly I knew: this is Christmas, I met.

Chorus
Help where you can,
even when the world hurries past.
A heart that gives is never wasted,
it comes back at the right time, at last.
Help where you can,
bring light into the dark.
Sometimes a small, unexpected moment
shows how big a heart can be.

Bridge
At home, we sat together,
tears in our eyes, hearts open wide.
No gifts to show that evening,
but warmth and love – the true Christmas guide.

Chorus (final)
Help where you can,
even when the world hurries past.
A heart that gives is never wasted,
it comes back at the right time, at last.
Help where you can,
bring light into the dark.
Sometimes a small, unexpected moment
shows how big a heart can


Als Jesus lächelte

Autor: August Haug

August lebte in einem kleinen Dorf nahe einer alten Eisenstadt, dort, wo ein Fluss ruhig durch die Landschaft floss. Er war kein besonders gläubiger Mensch, nicht aus Ablehnung, sondern weil das Leben ihn anderes gelehrt hatte.

Eines Tages ging er wie so oft am Fluss entlang und kam an der Dorfkirche vorbei. Selten betrat er sie. Doch diesmal war es, als höre er eine leise innere Stimme: Geh hinein.

Drinnen sah er die dunklen, ehrwürdigen Kirchenbänke und den schlichten Altar. Langsam ging er nach vorne und blickte hinauf zur Figur Jesus Christus am Kreuz. Und obwohl nichts geschah, war es, als spräche eine ruhige Stimme zu ihm:

„Mein Sohn, ich habe dir viele Jahre geschenkt. Du bist zu Reichtum gekommen. Doch draußen gibt es Kinder, die frieren und hungern. Geh hinaus und sieh dir das an.“

August verstand. Noch am selben Tag ging er zur Bank und gab die Hälfte seines Vermögens. Eine neue Schule wurde gebaut. Die Kinder froren nicht mehr, und es gab täglich genug zu essen. Niemand wusste, wer das alles bezahlt hatte. Nur August selbst.

Als er wieder in die Kirche ging, war es ihm, als lächle die Figur am Kreuz mild. Und er wusste: Das war noch nicht alles. Der Kirchturm war morsch, die Glocke alt. Also gab August auch den Rest seines Reichtums. Der Turm wurde erneuert, und eine neue, große Glocke erklang über dem Dorf.

Wieder fragten die Menschen: Wer bezahlt das alles? Selbst der Pfarrer wusste keine Antwort. August schwieg.

Als alles vollendet war, hatte August keinen Reichtum mehr. Er ging ein letztes Mal in die Kirche. Wieder war es, als würde die Figur am Kreuz lächeln, und die Stimme sprach leise:

„Mein Sohn, du hast viel Gutes getan. Du hast Kindern Freude gebracht und mein Haus neu geschaffen.“

„Danke“, sagte August.
„Ich danke dir“, antwortete die Stimme.

Mit Wärme im Herzen verließ August die Kirche. Die neue Glocke läutete. Und als er an der neuen Schule vorbeiging, war es ihm, als würden die Kinder ihm zujubeln.

August fühlte etwas,
das er schon lange
nicht mehr gefühlt hatte.

Glück.

DER GEIZHALS

Autor August Haug

Joseph war reich. Sehr reich.
Er hatte gearbeitet, aufgebaut und gespart – ein Leben lang.
Mit jedem Erfolg wurde er geiziger, kälter und mürrischer.

Er half niemandem.
Nicht den Armen.
Nicht den Schwachen.
Nicht einmal seiner eigenen Familie.

So kam es, dass ihn auch seine Töchter nicht mehr besuchten.
Seine Schwiegersöhne blieben fern,
die Enkelkinder kannte er kaum.
Joseph hatte sich mit allen überworfen –
mit Worten, mit Härte, mit Schweigen.

Es war Vorweihnachtszeit.
Doch Weihnachten bedeutete Joseph nichts.
Keine Geschenke.
Keine Familie.
Keine Wärme.

Am Heiligen Abend saß er wieder einmal allein
in seinem großen Haus.

Um der Stille zu entkommen, zog Joseph seinen Mantel an
und machte einen Spaziergang.
Sein Haus stand am Rande der Stadt,
neben einem ruhig dahinfließenden Fluss.

Auf seinem Weg kam er an der kleinen Dorfkirche vorbei.
„Dieses ganze Kirchengetue ist nichts für mich“,
hatte Joseph immer gesagt.

Es war klirrend kalt.
Der Atem stand wie Rauch in der Luft.

Als er an der Kirche vorbeigehen wollte,
verspürte er plötzlich einen inneren Drang.
Leise – aber unüberhörbar.

Joseph öffnete die schwere Tür
und trat ein.

Langsam ging er bis zum Altar,
hob den Kopf
und blickte auf die Jesusfigur am Kreuz.

Und plötzlich war es ihm,
als würde Christus zu ihm sprechen.

Nicht laut.
Nicht mit Worten.
Sondern tief in seinem Inneren.

„Joseph“, schien die Stimme zu sagen,
„es gibt so viel Leid auf dieser Welt.
Auch in deiner Stadt.
Du hast viele Menschen gesehen,
die arm waren und frieren mussten –
doch du hast ihnen nie geholfen.“

Joseph setzte sich auf eine Kirchenbank.
Seine Hände lagen offen auf den Knien.

Dann hörte er erneut diese Stimme:
„Geh hinaus.
Und hilf dort,
wo Hilfe gebraucht wird.“

Joseph stand auf
und ging hinaus in die kalte Nacht.

Und dann sah er sie.

Obdachlose Menschen.
Eingehüllt in dünne Schlafsäcke.
Frierend.
Hungernd.

Joseph blieb stehen.
Und wusste: Jetzt.

Er weckte sie vorsichtig und sagte:
„Kommt mit mir.
Ihr bekommt Wärme und Essen.“

Ungläubig sahen sie ihn an.
Zögernd folgten sie ihm,
ihre wenigen Habseligkeiten
in alten Einkaufstaschen tragend.

In seinem Haus bekamen sie Suppe, Tee und Brot.
Und ein warmes Bett.

„Ihr könnt heute hier schlafen“, sagte Joseph.
„Und morgen werde ich euch helfen,
damit ihr nicht mehr
auf der Straße leben müsst.“

Joseph erkannte sich selbst kaum wieder.
Er – der Geizhals –
half plötzlich fremden Menschen.

Später kehrte er noch einmal in die Kirche zurück.

„Herr“, sagte er leise,
„ich habe ihnen Wärme,
Brot und Hoffnung gegeben.“

Da schien es ihm,
als würde Christus vom Kreuz lächeln.
Und Joseph erfüllte eine innere Wärme –
ein Gefühl, das er schon lange
nicht mehr gekannt hatte.

Und Joseph hörte eine Stimme:
„Mein Sohn,
du hast Gutes getan.
Geh nach Hause.
Ich habe große Freude an dir.“

Als Joseph heimkam,
glaubte er nicht, was er sah.

Er war nicht mehr allein.

Seine Töchter waren da.
Seine Schwiegersöhne.
Und die Enkelkinder.

Voller Freude schloss Joseph sie in seine Arme.

Es war der schönste Heilige Abend,
den Joseph je erlebt hatte.

Draußen schien die Nacht heller als sonst.
Die Sterne leuchteten stärker.

Joseph spürte keine Unruhe mehr in seinem Herzen.
Nur Dankbarkeit.

Ein Gefühl,
das man nur kennt,,
wenn man gegeben hat.

Erst an diesem Abend verstand Joseph,
dass Geben nicht ärmer macht.

Sondern reich.

Reicher,
als Geld es je könnte.

English Version

THE MISER

A Christmas Story
By August Haug

Joseph was rich. Very rich.
He had worked, built, and saved — all his life.

With every success, he grew more miserly, colder, and more bitter.

He helped no one.
Not the poor.
Not the weak.
Not even his own family.

And so it happened that even his daughters no longer visited him.
His sons-in-law stayed away,
and he barely knew his grandchildren.

Joseph had fallen out with them all —
through harsh words, through hardness, through silence.

It was the season before Christmas.
But Christmas meant nothing to Joseph.

No gifts.
No family.
No warmth.

On Christmas Eve, he once again sat alone
in his large house.
Even his wife had long since left him.

To escape the silence, Joseph put on his coat
and went for a walk.

His house stood at the edge of town,
beside a quietly flowing river.

On his way, he passed the small village church.

“All this church business is nothing for me,”
Joseph had always said.

It was bitterly cold.
His breath hung in the air like smoke.

As he was about to pass the church,
he suddenly felt an inner pull.
Soft — but impossible to ignore.

Joseph opened the heavy door
and stepped inside.

Slowly he walked toward the altar,
lifted his head,
and looked at the figure of Jesus on the cross.

And suddenly it seemed to him
as if Christ were speaking to him.

Not loudly.
Not in words.
But deep within his soul.

“Joseph,” the voice seemed to say,
“there is so much suffering in this world.
Even in your own town.
You have seen many who were poor and freezing —
yet you never helped them.”

Joseph sat down on a church pew.
His hands lay open on his knees.

Then he heard the voice again:

“Go out.
And help
where help is needed.”

Joseph stood up
and stepped into the cold night.

And then he saw them.

Homeless people.
Wrapped in thin sleeping bags.
Freezing.
Hungry.

Joseph stopped.
And he knew: Now.

He gently woke them and said,
“Come with me.
You will have warmth and food.”

They looked at him in disbelief.
Hesitantly they followed him,
carrying their few belongings
in old shopping bags.

In his house, they received soup, tea, and bread.
And a warm bed.

“You may sleep here tonight,” Joseph said.
“And tomorrow I will help you,
so that you will no longer
have to live on the streets.”

Joseph hardly recognized himself.
He — the miser —
was suddenly helping strangers.

Later, he returned once more to the church.

“Lord,” he said softly,
“I have given them warmth,
bread, and hope.”

And it seemed to him
as if Christ smiled down from the cross.

And Joseph felt an inner warmth —
a feeling he had not known
for a very long time.

And Joseph heard a voice:

“My son,
you have done good.
Go home.
I take great joy in you.”

When Joseph returned home,
he could not believe what he saw.

He was no longer alone.

His daughters were there.
His sons-in-law.
And the grandchildren.

With tears of joy, Joseph embraced them.

It was the most beautiful Christmas Eve
he had ever known.

Outside, the night seemed brighter than ever.
The stars shone more intensely.

Joseph felt no more restlessness in his heart.
Only gratitude.

A feeling
one only knows
after one has given.

Only on that evening did Joseph understand
that giving does not make one poorer —

but richer.

Richer
than money could ever make a man.


Versión en Español

EL AVARO

Un cuento de Navidad
Por August Haug

José era rico. Muy rico.
Había trabajado, construido y ahorrado — toda su vida.

Con cada éxito se volvió más avaro, más frío y más amargado.

No ayudaba a nadie.
Ni a los pobres.
Ni a los débiles.
Ni siquiera a su propia familia.

Y así ocurrió que sus hijas dejaron de visitarlo.
Sus yernos se mantenían alejados,
y apenas conocía a sus nietos.

José se había enemistado con todos —
con palabras duras, con severidad, con silencio.

Era tiempo de Adviento.
Pero la Navidad no significaba nada para José.

No regalos.
No familia.
No calor.

En la Nochebuena volvió a sentarse solo
en su gran casa.
Incluso su esposa lo había dejado hacía mucho tiempo.

Para escapar del silencio, José se puso el abrigo
y salió a caminar.

Su casa estaba en las afueras de la ciudad,
junto a un río que fluía tranquilamente.

En su camino pasó frente a la pequeña iglesia del pueblo.

“Todo este asunto de la iglesia no es para mí”,
solía decir siempre José.

Hacía un frío intenso.
Su aliento se veía como humo en el aire.

Cuando estaba a punto de pasar de largo,
sintió de repente un impulso interior.
Suave — pero imposible de ignorar.

José abrió la pesada puerta
y entró.

Caminó lentamente hasta el altar,
levantó la cabeza
y miró la figura de Jesús en la cruz.

Y de pronto le pareció
como si Cristo le hablara.

No en voz alta.
No con palabras.
Sino en lo más profundo de su interior.

“José”, parecía decir la voz,
“hay tanto sufrimiento en este mundo.
También en tu propia ciudad.
Has visto a muchos pobres que pasaban frío —
y nunca los ayudaste.”

José se sentó en un banco de la iglesia.
Sus manos descansaban abiertas sobre sus rodillas.

Entonces volvió a escuchar la voz:

“Sal.
Y ayuda
donde se necesite ayuda.”

José se levantó
y salió a la fría noche.

Y entonces los vio.

Personas sin hogar.
Enveltas en delgados sacos de dormir.
Tiritando.
Hambrientas.

José se detuvo.
Y supo: ahora.

Los despertó con cuidado y les dijo:
“Venid conmigo.
Tendréis calor y comida.”

Lo miraron con incredulidad.
Dudando, lo siguieron,
llevando sus pocas pertenencias
en viejas bolsas de compras.

En su casa recibieron sopa, té y pan.
Y una cama caliente.

“Podéis dormir aquí esta noche”, dijo José.
“Y mañana os ayudaré
para que no tengáis que vivir
nunca más en la calle.”

José apenas se reconocía a sí mismo.
Él — el avaro —
estaba ayudando de repente a desconocidos.

Más tarde volvió una vez más a la iglesia.

“Señor”, dijo en voz baja,
“les he dado calor,
pan y esperanza.”

Y le pareció
que Cristo sonreía desde la cruz.

Y José sintió un calor interior —
una sensación que no había conocido
desde hacía mucho tiempo.

Y escuchó una voz:

“Hijo mío,
has hecho el bien.
Vuelve a casa.
Me llenas de alegría.”

Cuando José regresó a su casa,
no podía creer lo que veía.

Ya no estaba solo.

Sus hijas estaban allí.
Sus yernos.
Y los nietos.

Con lágrimas de alegría, José los abrazó.

Fue la Nochebuena más hermosa
que jamás había vivido.

Afuera, la noche parecía más clara que nunca.
Las estrellas brillaban con mayor intensidad.

José ya no sentía inquietud en su corazón.
Solo gratitud.

Un sentimiento
que solo se conoce
cuando uno ha dado.

Solo aquella noche comprendió José
que dar no empobrece.

Sino que enriquece.

Más de lo que el dinero
podría enriquecer jamás a un hombre.

Die Gebote des Herzens

Autor: August Haug

Dies ist die Geschichte aus meiner Sicht, entstanden aus der Bibelstelle, in der ich über Moses gelesen habe.
Geschrieben im Dezember 2025.


Eines Tages bekam ich ein Buch in die Hände.
Ich beachtete es kaum, blätterte flüchtig darin und legte es zur Seite,
als wäre es eines von vielen Dingen,
die man sieht, aber nicht wirklich wahrnimmt.

Doch etwas ließ mich nicht los.
Ein leiser, kaum erklärbarer Drang
führte meine Hände zurück zu diesem Buch.
Nicht aus Neugier,
sondern aus einer inneren Unruhe heraus,
als würde etwas in mir sagen:
Sieh noch einmal hin.

Ich begann zu lesen.
Zögernd zuerst,
dann immer aufmerksamer.
Und plötzlich merkte ich,
dass ich nicht mehr aufhören konnte.

Erst da sah ich mir den Umschlag genauer an.
Die Bibel.
Ein Buch, das immer da gewesen war.
In Regalen, in Kirchen, in Wohnzimmern.
Ein Buch, von dem ich glaubte, es zu kennen,
ohne es je wirklich gelesen zu haben.

Ich las von einem Volk,
das aus Ägypten floh,
auf der Flucht vor der Sklaverei und Gefangenschaft.
Männer, Frauen und Kinder,
getragen von Angst und Hoffnung zugleich.
Sie wussten nicht, wohin ihr Weg führen würde,
nur eines wussten sie sicher:
So wie bisher konnte es nicht weitergehen.

Mein Blick blieb an einem Kapitel hängen.
Es war die Geschichte von Moses.
Kein Herrscher,
kein glänzender Held.
Sondern ein Mensch,
der zögerte, zweifelte
und dennoch Verantwortung übernahm.

Ich las, dass Moses einem inneren Ruf folgte
und allein auf den Berg ging.
Vierzig Tage und vierzig Nächte
blieb er dort oben.
In Stille.
In Einsamkeit.
Mit der Last eines ganzen Volkes
auf seinen Schultern.

Unten aber wurde das Volk unruhig.
Die Geduld schwand.
Zweifel wuchsen.
Manche sagten, Moses werde nie zurückkehren.
Aus Angst formten sie aus ihrem Gold
ein Kalb.
Ein sichtbares Zeichen,
an das sie sich klammern konnten,
weil Unsichtbares ihnen zu schwer geworden war.

Auch Moses begann zu zweifeln.
Nicht an Gott,
sondern an sich selbst.

Dann geschah es.
In hellem Licht
hörte er innerlich eine Stimme.
Worte brannten sich Zeile um Zeile
in steinerne Tafeln ein.
Es waren einfache Worte.
Klar.
Verständlich.
Die zehn Gebote.

Moses erkannte:
Diese Worte waren keine Drohung.
Sie waren ein Schutz.
Ein Halt für Menschen,
die sich leicht verlieren.

Mit den Tafeln stieg Moses vom Berg hinab.
Als er sah,
wie sein Volk das goldene Kalb anbetete,
wurde er zornig.
Nicht aus Hass,
sondern aus Schmerz darüber,
wie schnell Menschen vergessen.

Er sprach zu ihnen.
Klar.
Mahnend.
Und das Volk senkte den Blick
und ging auf die Knie.

Als ich das Buch weiterlas,
verstand ich,
wie diese Gebote entstanden sein sollen.
Und je länger ich darüber nachdachte,
desto deutlicher wurde mir:
Jedes dieser Worte trug Wahrheit in sich.

Und doch fragte ich mich:
Warum fällt es Menschen so schwer,
nach diesen einfachen Geboten zu leben?
Warum leiden so viele Hunger,
während andere im Überfluss leben?
Warum führen Menschen Kriege?
Warum begehren sie den Besitz
und sogar das Leben anderer?

Auch ich musste mir eingestehen,
dass ich selbst
nicht immer nach diesen Geboten gelebt habe.
Nicht aus Bosheit,
sondern aus Schwäche.
Wie so viele.

Ich wusste nicht,
wie der Zorn der Schöpfung aussehen würde.
Ob sich eines Tages die Erde öffnen
oder der Himmel seine Schleusen
nicht mehr schließen würde.
Doch ich spürte:
Alles Handeln hat Folgen.
Für den Menschen.
Und für eine Welt,
die in unzähligen Jahren entstanden
und in wenigen Jahrzehnten
fast zerstört wurde.

Langsam legte ich das Buch zur Seite.
Ich war erschöpft.
Nicht, weil es zu viel gewesen wäre,
sondern weil es nachwirkte.

Ich war nicht oft in einer Kirche gewesen.
Und doch trieb mich etwas dazu aufzustehen.
Ich ging langsam in das Gotteshaus
am Rand unserer Stadt.
Schritt für Schritt
ging ich nach vorne zum Altar.

Dort hing die Figur des gekreuzigten Jesus Christus.
Und es war mir,
als würde sie mich ansehen.
Nicht streng.
Nicht anklagend.
Sondern still.
Fast lächelnd.

Ich spürte Wärme.
Und es war mir,
als würde eine leise Stimme sagen:

Geh hinaus in deine Welt.
Lebe nach den Geboten.
Und gib ihre Worte weiter.

Da wusste ich,
dass ich noch viel Zeit brauchen würde,
um dieses Buch wirklich zu verstehen.
Doch etwas hatte sich verändert.

Ich fühlte ein warmes, leichtes Gefühl.
Keine Gewissheit über alles.
Aber Ruhe.

Und als ich hinausging,
sah ich die Welt
mit anderen Augen.


Nachwort des Autors

Dies ist eine Geschichte aus meinem Empfinden,
aus meinem Herzen heraus geschrieben.
Doch meine Geschichte von Moses
soll zum Nachdenken anrühren,
innehalten lassen
und vielleicht einen Gedanken hinterlassen,
der bleibt

© 2025 August Haug. Alle Rechte vorbehalten.

EL MENDIGO – UNA HISTORIA COTIDIANA

(El Mendigo – versión en español)

Texto y autor: August Haug

La ciudad estaba llena de gente.
Las personas pasaban deprisa unas junto a otras, con bolsas llenas, con pensamientos, con citas en la cabeza. Había movimiento por todas partes, ruido por todas partes, y aun así algo parecía extrañamente vacío.

Yo estaba fuera haciendo algunos recados.
Como tantas veces, me dejé llevar, de escaparate en escaparate, de calle en calle. Mi mirada rozaba los rostros sin detenerse realmente en ninguno.

Entonces lo vi.

Sentado en un banco del parque, un poco apartado del flujo de la gente, había un anciano.
Su chaqueta estaba gastada, los pantalones eran demasiado finos, los zapatos estaban rotos. No encajaba en aquella imagen de actividad y orden. Era como un cuerpo silencioso y ajeno en un mundo que no tenía tiempo.

Mi primer pensamiento fue sencillo:
No tengo tiempo.

Pero entonces apareció esa voz suave dentro de mí.
Una voz que no se puede ignorar cuando uno es honesto consigo mismo.

«Tu corazón debe ser humano.
Tu corazón debe dar donde otros sufren.»

Me detuve.

El hombre levantó la cabeza y me miró.
No dijo nada. Pero en sus ojos había un cansancio profundo y algo que solo se percibe cuando uno mira de verdad: una súplica silenciosa.

Delante de él había una pequeña caja con unas pocas monedas.
La gente pasaba de largo. Nadie lo veía.

Me quité la chaqueta y se la entregué.
La tomó con cautela, casi con incredulidad, como si no pudiera creer que alguien lo hubiera notado. En sus ojos apareció una gratitud muda y sincera.

Quise seguir mi camino.
Pero la voz dentro de mí volvió a hablar.

«Debes ayudar donde puedas ayudar.»

Entré entonces en una tienda y le compré un buen par de zapatos.
Zapatos firmes y cálidos, de esos que no solo sirven para caminar por las calles, sino para atravesar los días.

Cuando se los llevé, pasó lentamente la mano por el cuero, como si se tratara de algo valioso.
Una pequeña sonrisa, casi infantil, iluminó su rostro.

Pensé: Es suficiente.

Pero la voz regresó por tercera vez.

«Debes ayudar donde puedas ayudar.»

Tomé al hombre de la mano y lo llevé a una pensión sencilla.
Le pagué una habitación por tres meses. Tiempo para pasar el invierno. Tiempo para recuperar fuerzas y encontrar el siguiente paso.

Cuando puse la llave en su mano, me miró durante un largo instante.
Luego dijo en voz baja:

«Tu corazón es grande. Siempre te protegeré.»

Sus palabras me llegaron muy hondo.
No las comprendí del todo, pero nunca las olvidé.

En casa le conté a mi esposa lo que había ocurrido.
Nos quedamos en silencio, con lágrimas en los ojos.
No teníamos nada material que mostrar, pero sentíamos algo cálido dentro de nosotros. Algo verdadero.

Y siempre que más tarde, en la vida, un buen momento me sorprendía sin aviso, pensaba en aquel hombre.
En su mirada.
En el apretón de su mano.
En sus palabras.

Entonces lo sabía:

En la vida todo regresa.
A veces tarde,
a veces de otra forma,
pero siempre en el momento justo.


weitere Texte, Geschichten und Balladen folgen