Der Bettler Austro Pop Version

DER BETTLER

Austropop – ruhige, erzählende Fassung
Text: August Haug

Strophe 1

Die Stadt war laut, i bin nur gangen,
Gesichter san an mir vorbei.
Jeder hod sei Packerl trogn,
und jeder war si selber glei.

I wollt nur weiter, nix verpassen,
hab an nix Besonder’s dacht.
Dann seh i den auf da Parkbank sitzen,
a alter Mann, ganz still in da Nacht.


Pre-Refrain

I hab ma denkt: I hab koa Zeit,
i bin eh scho z’spät dran heut.
Doch irgendwas in mir hod g’sagt:
Bleib steh’n – schau g’scheit.


Refrain

Man sollt helfen, wo ma helfen kann,
a wenn die Welt net wart’t dafür.
Net weitergeh’n, wenn ana fällt,
weil Menschsein genau do beginnt bei dir.
Man sollt helfen, wo ma helfen kann,
mehr braucht’s oft net im Leben drin.


Strophe 2

Sei Jackn war dünn, die Schuach scho alt,
die Händ san leer, der Blick so schwer.
Vor eam nur a paar Münzn im Staub,
die Leit san gangen – koana her.

I zieh mei Jackn langsam aus,
leg’s eam ruhig in die Hand.
Er schaut mi an, fast ungläubig,
als hätt i eam grad anerkannt.


Pre-Refrain 2

I wollt dann gehn, oba die Stimm
hot mi net losg’lossn heit.
Sie hod nix g’sagt, sie hod net druckt,
sie war nur do – ganz leise, weit.


Refrain

Man sollt helfen, wo ma helfen kann,
a wenn ma glaubt, es reicht scho aus.
Manchmal is a klane Tat
des, wos an Menschen weiterträgt nach Haus.
Man sollt helfen, wo ma helfen kann,
mehr braucht’s oft net im Leben drin.


Bridge

I kauf eam Schuach, fest und warm,
bring eam no a Stückerl weit.
A Zimmer, a Dach, a bissl Ruh,
damit da Winter weiterzieht.

Er schaut mi an und sogt ganz leise:
„Dei Herz is groß – vergiss des net.“
I hob’s net ganz verstanden,
oba des Wort is mit mir mitgegangen.


Letzter Refrain

Man sollt helfen, wo ma helfen kann,
net morgen erst – sondern jetzt.
Wos ma gibt, geht net verloren,
es find’t di wieder, wennst net mehr rechn’st.
Man sollt helfen, wo ma helfen kann,
mehr braucht’s oft net im Leben drin.


Outro

Und manchmal, wenn ma’s Leben leicht wird,
denk i an den alten Mann.
Dann woaß i still, ganz ohne Red’n:
Im Leben kummt ois z’ruck –
irgendwann.

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